25HOURS HAMBURG HAFENCITY

Conni Kotte im Gespräch mit Christoph Hoffmann

 

Wie definieren Sie persönlich „Interior Design“? Welchen Stellenwert hat das für Sie?
Das Interior Design in unseren Hotels ist, neben der Software, also den Mitarbeitern und ihrem Umgang mit den Gästen, der wichtigste Faktor für den Charakter, die Seele und die Einzigartigkeit unserer Hotels.Wie auch in den anderen Häuser der 25hours Gruppe, bestimmt Originalität das Konzept des neuen HafenCity Hotels. Was bedeutete das in diesem Fall für die Innenausstattung? Auf welche Aspekte muss man besonders achten, wenn man ein Hotel wie das Ihre einrichtet? Was ist das überhaupt, ein „Lifestyle-Hotel“?
Im ersten Schritt ist es essentiell dem geplanten Hotel ein Konzept, eine Story mit auf den Weg zu geben. Erst, wenn die Geschichte des Hauses geschrieben ist – gewissermaßen wie ein Drehbuch – kann man sich über Design und Ästhetik unterhalten. Bei vielen Hotels hat man sich darauf beschränkt schöne Designobjekte auszusuchen aber hat die Identität des Hauses außen vor gelassen. In solchen Häusern fühlt man sich schnell wie in einem Showroom oder einem Möbelhaus – dem Haus fehlt dann die „Heritage“ bzw. eben die berühmte Seele. In unserem 25hours Hotel in der HafenCity lebt das Haus insbesondere auch durch die Vielfalt und Individualität der Objekte und der Möbel welche von Conni Kotte in der ganzen Welt zusammengetragen wurden. Der Gast wird immer wieder überrascht und das Hotel lädt ein auf eine kleine, vielfältige Entdeckungstour. Zum Begriff Lifestyle: ein allzu strapazierter Begriff, der oft ein wenig sinnfrei verwendet wird. Wir verbinden damit eher Stilfestigkeit und einen starken Bezug zu einer global orientierten, aber lokal geprägten Community – Seelenverwandte die ähnliche Geschmacksvorstellungen und eine gewisse Lebensart verbindet.
Sie haben sich für die Zusammenarbeit mit Conni Kotte entschieden. Wie kam es dazu? Was schätzen Sie besonders an ihr und ihrem Team?
Conni Kotte ist stark in der lokalen Hamburger Kreativ- und Designszene verankert. Uns ist der lokale Bezug sehr wichtig, da der Gast am Ende des Tages unsere Hotels auch aufsucht, um die jeweilige Destination und ihre lokalen Protagonisten zu erleben und zu spüren. Conni Kotte war von Anfang an ein hervorragender Mehrwert in Kollaboration mit unseren Innenarchitekten von Stephen Williams Associates und den sonstigen kreativen Impulsgebern. Der Schlüssel zum Erfolg eines Hotels ist eben das Zuhören und das Verständnis dafür, dass man nicht im stillen Kämmerlein allein vor sich hin „designt“. Ein Hotel ist eben kein starres Objekt oder Produkt, welches es zu gestalten gilt. Erst mit guten operativen Inhalten, welche eher durch die Hotelkreativen entwickelt werden und die das Designteam dann in eine entsprechende Ästhetik übersetzt, entsteht ein harmonisches Ganzes. Entscheidend ist eine konstruktive Kommunikation miteinander und das hat in unserem gemeinsamen Projekt hervorragend funktioniert.
Wie wichtig ist Vertrauen bei solch einem ambitionierten Projekt? Wie entscheiden Sie, was rein darf, was passt oder was draußen bleibt?
Vertrauen ist sehr wichtig. Man weiß vorher eben doch nicht genau, was am Ende des Tages rauskommt. Der Weg dahin kann phasenweise ziemlich steinig sein und viele designrelevante Entscheidungen müssen schnell und oft in der Ferne getroffen werden. Die Entscheidung was rein und raus darf basiert natürlich auf durchdachten und überwachten Kostenbudgets, aber auf vor allem einer gemeinsamen Sinn- und Geschmacksfindung. Wir als Hoteliers versuchen dann so gut wie möglich die letztendliche geschmackliche Entscheidung dem Designteam zu überlassen und uns selbst eher auf die konzeptionell inhaltlichen Fragen zu beschränken. Nicht immer einfach, weil Geschmack eben ein hochemotionales Thema ist. Authentizität ist für Conni Kotte ein großes Thema und ein wichtiger Faktor für Ihre Arbeit. Das macht sicher auch den Charme des neuen 25hours „Seemannsheims“ in der HafenCity aus. Wie viel Authentizität kann, darf und sollte man sich als Hotelier leisten?
Maximal viel. Und hier geht es längst nicht nur um Designfragen. Menschen die nicht aufrichtig handeln – und Aufrichtigkeit ist schlussendlich nichts anderes als Authentizität – werden schnell durchschaut. Das betrifft das Verhältnis zwischen Gast und Dienstleister und so ähnlich verhält es sich eben auch mit authentischem Design.
Was ist ihr Lieblingsraum/Lieblings-Design- Stück von Conni Kotte im neuen 25hours und warum?
Es gibt viele Lieblinge. Ein Lieblingsort ist einer der Teppichstapel in unserer HEIMAT Küche + Bar. Hier geht es gar nicht so sehr um Design, sondern um der Story einen Inhalt zu geben. Ich kenne nichts Vergleichbares. Wo kann man schon auf Dutzenden aufeinander gestapelten Perserteppichen ein Fondue Chinoise und eine gute Flasche Rotwein zu sich nehmen. Anfangs waren wir ein wenig irritiert darüber, die doch nicht ganz preiswerten Teppiche lediglich als Stapel zu nutzen und am Ende des Tages nur den obersten Teppich zu zeigen. Aber vielleicht ist das die Quintessenz.
Wie sieht für Sie das Hotel der Zukunft aus?
Ein Platz der einlädt zum Genießen, Entdecken, Kommunizieren – eine Inspirationsquelle und ein Ort, der ein Stück Heimat vermittelt.
Und privat? Welches Designstück ist ihr persönlicher Favorit, welches haben oder hätten Sie gerne zuhause?
Ich habe keine Favoriten. Alles, was einem ein gutes Gefühl gibt und einen erkennbaren Ursprung hat – eben eine Geschichte mit sich bringt-ist herzlich willkommen bei uns zu Hause.
How do you personally define “interior design”? What significance does it have for you?
In our hotels interior design is next to the software, the staff and the experiences our guests walk away with. But, the most important factors of our hotel are character, soul and a sense of uniqueness.
Just like all the hotels in the 25hours group, originality is the main concept of the new HafenCity hotel. What does this mean in terms of your interior fittings? When you establish a hotel like this, what aspects must be special? Most importantly, what makes a ‚Lifestyle-Hotel‘?
Essentially, the first step is to plan the concept of the hotel, to create the story which will be told. Not until the history of the house is written – almost like a script – can you start thinking about the aesthetics and design. In many hotels you have a lot of beautiful design objects, but sometimes there‘s no flow or feeling, they omit the identity of the house. In these hotels you can quickly feel like you‘re in a furniture showroom, there‘s no “heritage” or soul. In our 25hours hotel in the HafenCity, the house has a particular individuality and diversity which is owed to the objects and furniture that Conni Kotti has collected from all over the world. Our guests are always surprised and our hotel takes them on a small journey of adventure and discovery. When people refer to ‚Lifestyle‘: this notion is often over-stressed and pointlessly used. We connect it to a particular style, a globally orientated but locally influenced community – this community goes hand in hand with taste and a certain way of life.
How did you decide to work with Conni Kotte? What do you especially like about her and her team?
Conni Kotte is strongly anchored in Hamburg‘ s creative and design scene. To us, this local reference is very important because, at the end of the day, when guest come to our hotels, we want them to experience the areas vibe and meet some local protagonists. We felt from the beginning that Conni was excellent in collaboration with our interior designers Stephen Williams Associates and other creative collectives. We feel that the key to a successful hotel is listening and understanding that there‘s no sense in sitting alone in a room and trying to design something by yourself. A hotel is not a rigid object, it needs good operational content. This content is developed by a combination of hotel and creative teams, such as Conni‘s. In reality, this collaborative work translates into the amazing aesthetics in which the guests can observe. It is crucial that there is constructive communication when these kinds of projects are undertaken and Conni Kotti and her team corresponded in a professional and efficient manner at all times.
How important is confidence in such an ambitious project? How do you decide which ideas stay and which must go?
Trust is very important, as no one will know beforehand, what the result will be at the end of the day. The way forward might be partially rocky with many design-related decisions been made quickly and sometimes from a distance. The decision of what is allowed in and what is not, is on one hand naturally based on budget constraints but zhen also relying heavily on common sense and good design taste. We then as Hoteliers, try as much as possible to leave the final decisions to the Design Team allowing the design process to be left unresctricted. This is not always easy, as „taste“ is a highly emotional topic. Authenticity is a big Connie Kotte theme, as well as a great factor of your work. This is evident in the charm and playfulness of the ‚seaman‘s house‘ setting of the Hafen- City 25hours hotel. How authentic can, or should, you be as a hotel owner?
The maximum. And this is not only regarding design issues. People do not act sincere – and is sincerity ultimately nothing other than authenticity – this can quickly be seen through in the relationship between the Client and the Service Provider. There is a similarity between this and authentic design.
What is your favourite room/favourite design piece from Connie Kotte in the new 25hours and why?
There are many favourites. One worth mentioning is a carpet pile in our country kitchen and bar, where its not so much about the design, but the story behind it. I personally dont know anything comparable, where one can find themselves taken to a stack of Persian carpets, a Fondue Chinoise and good bottle of red wine. At first we were a little irritated at the stack of expensive rugs, where only the top carpet could be visually appreciated. But maybe that´s it´s essence.
What do you imagine being the hotel of the future?
A place that invites you to enjoy, discover, communicate, a source of inspiration and a place to find a piece of home too.
And privately? What design piece is your personal favourite? Which do you already have or would you gladly take home?
I have no favorites. Everything that evokes a good feeling and has a recognizable origin – brings a story with it – is welcome in our home.